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Psychiatrie im 15-Minuten-Takt

Wenn man noch nie beim Psychiater war, dann hat man vermutlich naive oder falsche Ansichten über die tatsächliche Realität beim Arztgespräch.

Früher hätte ich mal geglaubt: Du gehst hin, legst Dich eine Stunde auf die Couch und erzählst über Dein Leben oder über Deine Probleme. Aber was ist wirklich?

Man sitzt auf einem Stuhl. Der Psychiater gegenüber am Schreibtisch. Und schon tickt die Uhr. In der Regel bleiben 10 oder 15 Minuten Zeit, um aktuelle Probleme anzusprechen. Und kaum ist man mit dem Wichtigsten fertig, dann kommt auch schon das neue Rezept für die Medikamente. 

Das ist die unverfälschte Realität als Kassenpatient. Kaum zu glauben, aber beim Zahnarzt dauert es meistens länger. Psychiater sind leider keine Psychoanalytiker. Für Symptome gibt es Medikamente und für individuelle Ursachenforschung beim Patienten bleibt wenig Zeit.    

Die Zahl der Psychoanalytiker ist wesentlich kleiner, als die der Psychologen. Und schlechte Hobby-Psychologen kann man genug, zum Beispiel in der Straßenbahn, kennen lernen. Aber wer kommt in den Genuss, beim Analytiker auf der Couch zu liegen? Menschen mit genug Geld und einer Spinnenphobie? Sehr witzig, der Rest soll einfach schlucken.