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Polizeiversagen - Ist die Wahrheit unwichtig?

 

Rechtsanwälte haben in der BRD wenig Zeit oder Interesse. Und in Deutschland Recht zu bekommen ist nur eine Geldfrage. 

Eine öffentliche Aussage:

Unterlassene Hilfeleistung

Im November 2017 kam es zu massiven Streitigkeiten mit meinen Vater. Das ist in vielen Familien wahrscheinlich hin und wieder Normalität. Allerdings hatte er durch hohen Alkoholgenuss, vom Glühwein und Schnaps, nach seinem 90. Geburtstag, an zwei Tagen einen aggressiven Kontrollverlust. Dabei wollte er mit dem Gehstock meiner Mutter auf mich einschlagen. Einmal konnte ich den Stock festhalten und im anderen Fall die Flucht in ein anderes Zimmer ergreifen.

Die später gerufenen Polizeibeamten waren relativ jung und an der ganzen Geschichte wenig interessiert. Es gab auch keinen Alkoholtest oder ein klärendes Gespräch, um die Situation etwas zu beschwichtigen. Um den Vorgang zu besprechen bin ich einige Tage später ins Polizeirevier Karlsruhe-Waldstadt gegangen. Allerdings fand ich dort wenig Verständnis, Zeit oder Aufmerksamkeit und wurde mit einer kurzen Antwort abwimmelt.

Montag, der 04.12.2017

Wieder ein Streitgespräch mit meinen Vater, weil er bereits um 11:50 Uhr am Küchentisch mit einer Rotweinflasche sitzt. Er trinkt normalerweise Bier. Das wäre mir auch egal gewesen, aber aus Erfahrung wusste ich, dass Wein bei ihm eine schlechte Wirkung hat. Ich kritisierte ihn deswegen und er wurde plötzlich außergewöhnlich aggressiv. Er stand abrupt auf und ich bekam geradewegs einen Faustschlag ins Gesicht bzw. auf die linke Wange. Daraufhin hielt ich Ihn sofort an den Handgelenken fest. Er ging einen Schritt rückwärts und ließ sich dann ... wie im Weltkriegs-Kampfmodus ... innerhalb des Türrahmens, nach hinten fallen.

Meine Mutter hatte den Streit mitbekommen und wollte, wie so oft, den Streit beenden. Sie war mit ihrem Gehstock auf dem Weg zur Küche und wurde dabei im Flur, wie ich, von meinem Vater umgeworfen. Nach dem Sturz war sofort klar, dass sie sich den Beckenknochen gebrochen hatte. Sie war absolut bewegungsunfähig und klagte über sehr starke Schmerzen. Dieser unglaubliche Schockmoment. Diese Problematik hatte sogar meinen Vater wieder in die Normalität gerissen. Er war nicht verletzt, weil ich versucht hatte, dem Fall nach hinten entgegen zu wirken. Allerdings hatte ich dadurch am rechten Knie eine Prellung, die sogar leicht blutete.

Kurz darauf erfolgte mein Anruf bei der 112 mit dem Hinweis: Meine Mutter ist gestürzt, weil mein Vater mich angegriffen hat. Die Antwort: Der Krankenwagen kommt, bitte rufen sie auch die 110 an, damit die Polizei kommt.

Nach kurzer Zeit kam zuerst die Polizei in unserer Wohnung an. Ich öffnete für beide Beamten die Tür. Dabei saß mein Vater noch auf dem Boden im Flur. Worum ich ihn auch gebeten hatte. Während meine Mutter mit einem Kissen auf dem Boden lag.

Der eine Polizeibeamte hatte eine kleine Taschenlampe in der Hand und ging mit mir ins Wohnzimmer. Komischerweise leuchtete er mir mit der Lampe in die Pupillen. Nur ein kurzes Gespräch fand statt. Nun kam auch der Krankenwagen. Zuerst gab es mehrere Gespräche parallel. Meine Mutter wurde auf die Wohnzimmercouch getragen. Die weitere Befragung der Polizei fand nun getrennt statt.

Jetzt kann ich nur die Erklärung finden, dass mein Vater mit einer unwahren Geschichte, die er schon vorher benutzt hatte, die gesamte Schuld auf meine Person schob.

Alles beim Fernsehen gelerntes Wissen. Auch beim Attentäter Anders Behring Breivik hatte er gut aufgepasst: Sohn hat Schizophrenie, Psychose, ist psychisch-krank, nimmt keine Medikamente mehr, schläft nicht mehr, macht die ganze Nacht durch, wird gefährlich. Der gesamte TV-Mist von Straftätern der forensischen Psychiatrie wurde nun wahrscheinlich auf mich übertragen.

Eine tolle Verleumdung eines Weltkriegssoldaten. Vollkommen frei erfunden, aber gut genug um bei der Polizei genau ins Schwarze zu treffen. Dieses Gespräch hat mit Sicherheit so stattgefunden, wie ich meinen Vater kenne. Ansonsten kann ich mir die nachfolgende Handlung der Polizei nicht erklären.

Der eine Polizist kam nach dem Gespräch aus dem Wohnzimmer und sagte zu mir, dass er mich in das Krankenhaus bzw. in die Psychiatrie bringen muss, damit ein Arztgespräch stattfindet. Meine Mutter auf der Couch mit offensichtlichen Beckenbruch war nun unwichtig geworden. Alles konzentrierte sich auf meine Person. Gefühlsmäßig war ich nun der psychisch-kranke Übeltäter des ganzen Geschehens.

 

Auf meine Frage was dies soll, bekam ich nur die Antwort: Das muss sein, ansonsten müssen wir Sie unter Zwang mitnehmen. Die Rettungssanitäter vom roten Kreuz, konnten nun anscheinend mit guten Gewissen, meine 85-jährige Mutter (trotz ihres sehr bedenklichen Zustands) liegen lassen. Der Rettungswagen mit Polizei wurde jetzt für mich benötigt. Unter Polizeiaufsicht im Krankenwagen wurde ich zur Psychiatrie Karlsruhe gefahren. Selbstverständlich wurde ich vorher nach Waffen durchsucht.

Während der Autofahrt zum Klinikum wurde ich von dem Beamten in befremdliche Gespräche verwickelt. So betonte er, dass jetzt wohl an der Zeit wäre von Zuhause auszuziehen bzw. eine Wohnung zu suchen. Jetzt war mir schon klar, dass er ebenso fremdartige Informationen zu meiner Person hatte. Mit Sicherheit durch meinen Vater. Deswegen wollte ich ihm bewusst machen, dass meine Mutter seit dem Jahr 2014 schwer an Herzinsuffizienz bzw. seit 2017 an Niereninsuffizienz litt.

Obwohl ich ihm erklärte, dass ich meine Wohnung in Stutensee gekündigt hatte, und seit Juni 2017 die Pflegeperson meiner Mutter war, wurde ich weiterhin von ihm behandelt, wie ein leicht Verrückter, der im Hotel Mama wohnt. Diese Fahrt wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Sein herablassendes und demütigendes Verhalten gegenüber meiner Person hatte mich so überlastet, dass ich vor lauter Aufregung kaum noch richtig schlucken konnte. Mein Mund war unglaublich trocken und er amüsierte sich richtig über seine Machtposition. Er machte sogar kleine Witze mit der Rettungssanitäterin. Auch Sie war richtig anmaßend stolz auf ihre Glanzleistung im Hinblick auf meine Mutter.

Dies betone ich deswegen, weil jeder normale Mensch gesehen hätte, dass meine Mutter in einem sehr gefährlichen Zustand war. Sie wurde aber von diesen Sanitätern begutachtet, wie eine gelangweilte Pflegeheim-Oma, die sowieso bald das Zeitliche segnet.

 

Nach dieser Autofahrt im Krankenwagen, mit dem gegenüber sitzenden Polizisten und seinen projizierenden Gedanken, war ich jetzt definitiv seelisch verletzt bzw. beleidigt. Angesichts seiner Handlungsweise konnte ich mich nun wie ein "schizophren-geistig-defekter Täter" fühlen. Dies müsste wohl der Bildung eines etwa 35-jährigen Polizeibeamten entsprechen. Ich glaube kaum, dass die Polizei irgendwelche Fachbücher zum Thema kennt.

Der ganze Kenntnisstand der Polizei, zum Thema Schizophrenie oder Psychose, kommt mit Sicherheit ebenfalls nur vom Fernsehen. Was soll man jetzt noch sagen? Paranoide Schizophrenie? Toll, sogar angeblich kompetente Psychiater haben das Thema bei Anders Behring Breivik, in den Medien falsch verwendet und zusätzlich belastet. Ganz zu schweigen von diesem amerikanischen Kino-Quatsch wie Batman und Joker. Kurzum der Dreck vom Fernsehen.

Und auf diese Art und Weise kann man sich, nach einer kurzen Zeit inklusive Autofahrt, durch das Projektionsprinzip schon fühlen, wie ein geisteskranker Mörder. Oder sollte ich jetzt länger in die Psychiatrie verfrachtet werden, damit meine Mutter zuhause abkratzt, und die Wohnung mit Wertgegenständen leer geräumt wird? Die Gedankenwelt von Polizisten ist schon sehr befremdlich.

Nach dem Aussteigen wurde ich in den geschlossenen Bereich gebracht. Die Krankenschwester verzichtete auf eine persönliche Begrüßung und fragte stattdessen den Beamten nur, ob er bereits meine Taschen kontrolliert hätte. So wurde ich eben nur unpersönlich von ihr, wie ein Straftäter begutachtet, als ob ich eine Stichwaffe in der Hose versteckt hätte.

 

Im geschlossenen EG-Bereich gab es dann eine längere Wartezeit. Ich telefonierte deswegen mit der Praxis meiner Psychotherapeutin. Das Gespräch mit der Arzthelferin brachte mich aber nicht weiter. Das zweite Telefonat führte ich später mit dem Polizeirevier Karlsruhe-Waldstadt, um zu erfahren was denn nun mit meiner Mutter geschehen sollte. Leider war nun genau der gleiche Beamte am Telefon, der mich in die Psychiatrie gefahren hatte. Das Ergebnis war lediglich ein kurzer Dialog. Dann wurde ich abgewimmelt. Als nächstes musste ich einen Fragebogen ausfüllen. Anschließend fand eine Konversation mit einer Ärztin und einer Stations-Schwester statt. Dabei musste ich über das genaue Geschehen bzw. den Unfallablauf berichten. Mit meinem Kalender, den ich mitgenommen hatte, informierte ich auch über die zurückliegenden Streitigkeiten mit meinem Vater. Außerdem wurde mir bereits hier ein Medikament verabreicht.

Im Anschluss wurde ich auf eine offene Station (dritte Etage) in der Psychiatrie geführt. Ich sollte zunächst warten. Diese Zeit nutzte ich, um im Speiseraum ein verbliebenes Mittagsmahl zu essen. Dann fand ein zweites Gespräch mit einer Ärztin und dem Stationsarzt statt. Jetzt musste ich die ganze Geschichte nochmals wiederholen. Gefühlsmäßig war dies aber sehr anstrengend, weil mich der Psychiater wie einen unter Verdacht stehenden Kandidaten begutachtete. Die Fragen musste ich exakt beantworten und wurde dabei von vier Augenpaaren genau unter die Lupe genommen. Der Stationsarzt kam dann zum Ergebnis, dass ich eine Woche auf der Station bleiben sollte. Zudem wollte er meine Amisulprid-Dosis erhöhen und zusätzlich ein Antidepressivum verabreichen. Die Frage, was denn nun mit meiner Mutter passieren sollte, war anscheinend nun endgültig unwichtig geworden.

 

Rückblickend, mit bester Erinnerung an diesen Tag, kann ich sagen, dass ich unter diesen Umständen nicht in der Psychiatrie bleiben konnte. Meine Mutter hatte nach dem Sturz qualvoll selbst geäußert: "Jetzt habe ich mir etwas gebrochen." Das war mir vollkommen klar. Direkt nach dem Fall, auf den harten Flurboden, stand sie richtig unter Schock. Es wäre auch nicht möglich gewesen, infolge der Schmerzen, sie auf die Couch zu legen. Außerdem hätte ich dabei zu viel Angst gehabt, mit dem Gedanken, dass sie bei einer falschen Bewegung eventuell noch bis zum Lebensende im Rollstuhl sitzt.

Um es vorweg zu nehmen: Der Beckenbruch bestätigte sich auch. Allerdings erst am 06.12.2017 in der Unfallchirurgie. Aber dieses grauenhafte Drama sollte noch zwei Tage weitergehen. Zum schmerzlichen Leid meiner Mutter.

Ich sagte deswegen zum Stationsarzt, dass ich jetzt erst mal draußen zum Zigarettenrauchen gehen würde. Was er nicht wusste: Mit dem direkten Ziel zur Straßenbahnhaltestelle. Dann in die nächste Bahn in Richtung Stadtmitte. Beim Umsteigen an der Haltestelle Herrenstraße nutzte ich die Zeit für einen Einkauf im Buchhandel. Das dauerte mindestens 30 Minuten. Aber ich brauchte diese Zeit für etwas Normalität bzw. um auf andere Gedanken zu kommen. Als ich schließlich Zuhause ankam, lag meine Mutter im Wohnzimmer auf der Couch und mein Vater war mit Fernsehen beschäftigt. Mein erster Gedanke war dann: Ich muss mit meiner Schwägerin in Bayern telefonieren, um ihr von dem ganzen Vorgang zu erzählen. Ich brauchte dringend familiäre Hilfe. Das Gespräch führte ich in der Küche mit dem Handy. Und dann kam plötzlich schon der Anruf (auf dem Festnetz) aus der Psychiatrie Karlsruhe, den mein Vater entgegennahm.

 

Ich beendete das Gespräch am Handy mit meiner Schwägerin nicht, als mein Vater mich über den Anruf informierte. Über die Freisprechfunktion begann ich das Telefonat mit der Psychiatrie, damit meine Schwägerin, als auch meine Mutter mithören konnte. Die Frage der Psychiatrie war zu Beginn natürlich: "Warum haben Sie ohne Rücksprache das Krankenhaus verlassen?" Meine einfache Antwort darauf war: "Weil meine Mutter hier Zuhause dringend meine Hilfe braucht. Und eigentlich sie ins Krankenhaus muss." Aber ich war auch sehr unglücklich und wütend über den Tagesverlauf und bemerkte dann: "Das lasse ich mir nicht bieten und werde notfalls einen Rechtsanwalt beauftragen."

Zwischenzeitlich kommentierte meine Schwägerin am Handy dann, dass ich ruhig bleiben und mich nicht aufregen sollte. Ich konzentrierte mich deswegen darauf, der Psychiatrie klar zumachen, dass meine Mutter der Patient sein sollte und nicht ich. Dann kam irgendwann zum Gesprächsende die Frage vom Krankenhaus: "Sie werden sich doch aber hoffentlich nichts antun?" Mir war diese Frage vollkommen unklar und antwortete deshalb: "Nein, ich möchte keinen Suizid begehen, sondern möchte lediglich, dass meine Mutter ins Krankenhaus kommt."

 

Damit war das Telefonat auch beendet. Zum Schluss wurde mir mitgeteilt, dass ich jederzeit zurück in die Psychiatrie kommen könnte, falls er mir nicht gut geht. Aber der dringende Patient - meine Mutter - war auch für die Psychiatrie offensichtlich unwichtig.

Zugegeben – dieser Tag war so kräftezehrend und nervenaufreibend gewesen – ich hatte keine Kraft mehr um nochmals die Rettungsleitstelle anzurufen. Leider war zu diesem Zeitpunkt diese unglaubliche Angst vorhanden: ... Der Krankenwagen kommt ... dann nochmals diese Verleumdung von meinem Vater ... und schon sitze ich wieder in der Psychiatrie ... Meine Verunsicherung war zu groß. Mein ganzes Rechtsbewusstsein war so verletzt, dass ich mich nur noch zurückziehen konnte.

Meine Mutter war vorher schon teilweise im Schlaf. Sie konnte natürlich die Couch nicht verlassen und musste von meinem Vater gelegentlich auf den Nachttopf gesetzt werden. Und ich gab ihr noch ein starkes opioides Schmerzmittel. Dieses hatte sie bereits im Krankenhaus (Frühjahr 2017) erhalten. Es ist ein morphiumähnliches Medikament. Mein Vater verbrachte die Nacht auch im Wohnzimmer, um eventuell Hilfe mit dem Nachttopf zu leisten. Er hatte ja bereits genug Alkohol getrunken und war in seinem sogenannten Weltkriegsmodus, wie ein Soldat im Schützengraben. Hauptsache es ist genug zum Trinken und Essen da und der Fernseher funktioniert noch. Aber ich hatte den Eindruck, dass ihm dieses ganze persönliche Drama vollkommen egal war. Keinerlei Verständnis aber weiterhin sein herrisches bzw. befehlshaberisches Gemüt. Vielleicht war er sogar ein bisschen stolz auf sich, weil er mit einen Volltreffer, bei der Polizei, den Sohnemann erledigt hatte.

Da fallen mir dann viele Worte von ihm ein: "Dir zeig' ich noch wo's lang geht. Du marschierst ab." Jawohl, er hatte seinen alten SS-Geist trickreich durchgesetzt. Das ist ganz einfach, wenn man den wunden Punkt beim Gegner kennt. Kaum zu glauben, wie geschickt ein alter Soldat mit dem rechten Zeigefinger arbeiten kann.

Ich selbst benötigte in dieser Nacht das Schlafmittel Zopiclon, ansonsten hätte ich keinen Schlaf gefunden.